Urlaub als digitaler Nomade... geht das überhaupt?
Wanderlust & Citydust

Urlaub als digitaler Nomade… geht das eigentlich?

Jetzt bin ich bald zwei Wochen unterwegs und versuche meinen Blog und meine sozialen Netzwerke zu füttern. Und wann schalte ich jetzt mal ab? Oder kann ich das gar nicht? Muss ich überhaupt abschalten? Fragen auf die ich für mich Antworten brauche.

Immer auf Achse… bleibt noch Zeit zum Bloggen?

Immer auf Achse...
Ich bin eben ein 100%-Typ. Immer auf vollen Touren und bei allem sich vollständig einbringen. Dann ist es natürlich schwierig zwei Sachen unter einen Hut zu bringen. Aber es geht… mit ein wenig Organisation und der notwendigen Haltung.
Hey ich bin im Urlaub, da soll der Tag doch nicht um 6 anfangen und um 9 am Abend enden! Richtig, aber er muss auch nicht erst zu Mittag beginnen.

In der Früh fängt der Tag an!
hat Oma immer gesagt

Und das ist wahr! Wenn ich so gegen acht frühstücke, komme ich gegen 9 aus dem Hotel raus und kann den Tag wirklich für Erinnerungen, Momente und ein wenig Regenbogen in meinem Leben nutzen. Ich bin eben für drei Wochen in Japan, eine Reise welche ich vielleicht nur einmal mache (langsam reift der Gedanke doch noch einmal wiederzukommen…), da will ich jedes noch so kleines Erlebnis mitnehmen und in mich aufsaugen. Daher soll der Tag so lange sein, wie es nur irgendwie geht.

Beleuchteter Tempel in Kyoto

Und ein wenig Planung hilft auch noch. Klar habe ich mich vorbereitet. So eine Reise macht man nicht einfach so. Ist kein Ausflug ums Eck. Aber ich habe auch keinen Stundenplan aufgestellt. Mehr was gibt es interessantes, was möchte von mir besucht werden (wenn die Zeit dafür reicht). Daher schaue ich am Abend wie das Wetter wird und was ich dann am nächsten Tag mache. Manchmal schon die Zugverbindung heraussuchen, oder auch so wie heute. Einfach auf den Bahnhof und schauen wie ich hinkomme. Und dann, war da noch etwas. Ich wusste schon vorher, dass ich nicht jeden Tag Zeit und Lust zum bloggen haben werde. Sei auch mal ehrlich zu dir selber, das hilft… Darum habe ich mir einen Schwung Blogposts vorbereitet, welche ich einfach veröffentliche, wenn mir danach ist.

Bloggen und arbeiten am iPad

Ich schreibe genau dann einen neuen Beitrag, sobald mir danach ist und bei mir auch die Idee dazu ausgereift ist. Da kommt einerseits ein wenig die Planung ins Spiel. Hier in Japan sind die Züge zwar superschnell, doch die Entfernungen auch größer. Da kann ich schon mal, ein oder zwei Stunden im Zug verbringen. Pro Richtung, selbstverständlich. Genau das ist die Zeit einen neuen Post zu schreiben. Andererseits kommt hier auch die Freude am bloggen, der Regenbogen im Leben ins Spiel. Das alles soll doch auch Spaß machen, oder?
Denn letzten Absatz habe ich jetzt am Bahnsteig geschrieben. Ich warte auf den Shinkansen retour nach Kyōto. Die 30 Minuten kann ich ja nutzen und mir war nach bloggen.

Abschalten… Geht das überhaupt?

Tourist sein können, am Himeji-Castle

Ja, das geht fast perfekt. Ich kann eigentlich auf die Minute zwischen Urlaub, Arbeit und Hobby umschalten. Es geht nicht immer, aber meistens. Manchmal verfolgen einem Sorgen oder Probleme einfach auch in die arbeitsfreie Zeit. Wer kennt das nicht? Und wie gesagt, ich habe mich vorbereitet.
Mir war klar, dass mein Notebook hier fehl am Platz ist und mich auch in die Versuchung bringt, zu arbeiten. Darum blieb es daheim und nur mein altes iPad 3 kam mit. Ja, es ist jetzt kein Rennpferd, doch der alte Ackergaul ist zuverlässig und tut was ich will und brauche. Die Angst vor zu wenig Akkulaufzeit war unbegründet. Die zweite Powerbank hätte auch daheim bleiben dürfen. Auch die Erzählungen über die schlechte WiFi-Abdeckung hier in Japan war Panikmache. Doch der mobile AccessPoint den ich am Flughafen geliehen habe, ist ganz praktisch.
Natürlich habe ich meine DSLR mit, nur Fotos für den Blog mach ich mit dem Mobiltelefon. Geht schnell und reicht aus. (Ich bin ja kein Itgirl, für perfekte Fakepics.) Dort werden sie mit einer App zugeschnitten, komprimiert und gleich in den Blog verschoben. Der mobile AccessPoint ist wirklich nicht so schlecht.

Gebratene Nudeln... japanisches FastFood

Und so geht das wie heute eben. In der Früh mit diesem Beitrag im Zug angefangen, über den ich seit ein paar Tagen immer wieder nachdenke. Dann die Burg von Himeji besucht. Ich habe einfach den Schalter umgelegt und diese Zeit als typischer Tourist genossen. Keine Minute an den Blog oder die Arbeit verschwendet. Kein Gedanke an irgendwas, außer an dieses wunderbare Erlebnis verwendet. Fotos gemacht (ja immer auch in quer, vielleicht passt ja eines für den Blog), Momente erlebt, Erinnerungen erzeugt und einfach mal losgelassen. Ja ich bin auf Urlaub und hungrig. Ich lasse mich auf das Land ein und habe mir schnell gebratene Nudeln besorgt und mich versorgt. Eben einfach gelebt.
Jetzt wieder im Zug zurück nach Kyōto und weiter an diesem Beitrag schreiben. Es passt eben gerade. Ich wurde vor ein paar Tagen gefragt:

Bist du entspannt?

Ja ich bin total entspannt. Das beste was mir seit langem passiert ist, diese Reise nach Japan.

Arbeiten? Soll ich wirklich?

Arbeiten im Urlaub... Ja? Nein?

Nein! Ja? Was ist jetzt? Gibt es hier die Urlaubspolizei? Her wenn mir danach ist Zeit in die Arbeit zu investieren warum nicht. Ich mache prinzipiell alles was mir gut tut. Aber im Urlaub erst recht. Ich lasse mir nicht vorschreiben, dass ich nichts arbeiten darf. Genau da fängt nämlich wieder mein Problem an… Andere sagen mir wie ich leben soll und was gut für mich ist.
Halt! Stop! Ich kann gut entscheiden was mir gut tut. Und so handhabe ich es auch. Ich arbeite falls ich Lust habe. Doch ich sage auch klipp und klar, es gibt keinen Termin für die Fertigstellung, denn ich bin ja im Urlaub. Meine terminfreie Zeit!

Der Abend des Nomaden

Und so sitze ich jetzt am Abend (ja in Kyōto ist es jetzt knapp 22:00) an meinem iPad mit Bier und Chips (mit Match-Geschmack??) im Hotel (Coworking Space) und schreibe mit Spaß den Blogpost fertig. Es ist gut so… Ich habe meine Antworten gefunden! Ja ich kann abschalten und entspannen und auch bloggen und das arbeiten, was mir Spaß macht.
Ja ich kann die besonderen Momente sehen und genießen und sie demütig schätzen. So wie diesen, nach dem Abendessen am Weg ins Hotel. Ein Stückchen Regenbogen in meinem Leben der bleiben wird.

Der Moment! Kirschblüte in Kyōto

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