Die vergessene Minderheit im täglichen Leben
Gedanken

Ich bin die vergessene Minderheit im täglichen Leben

Nein ich meines nicht ganz so ernst… oder doch?
Heue am 13. August ist Welttag der Linkshänder:Innen und in all der politischen Korrektheit sind wir diese kleine Minderheit untergegangen. Ich bin einer der ersten echten Linkshänder die nicht in das richtige Konzept gezwungen wurden. In das tägliche „nimm die gute Hand“ zum schreiben. Ich meistere meinen Alltag mit Links.

Die ganze Dressur mit rechts zu schneiden, schreiben, nasenbohren ist glücklicherweise an mir vorbeigegangen. Ich durfte meinen Minderheiten-Status kultivieren. Aber der Alltag hat mich doch ab und zu in die Knie gezwungen. Manchmal will man nicht mehr diskutieren oder wie wir das Besteck am Tisch umdrehen. Ich nehme jetzt die „gute Hand“ zum Essen. Es war einfach zu mühsam. Und so geht es uns, entweder am gedeckten Tisch auffallen oder sich der Mehrheit beugen.

Aber in den letzten Wochen, Monaten, Jahren hat die Political Correctness Einzug in unseren Alltag gehalten. Und jetzt wird mir bewusst wie rücksichtslos mit uns Linkshänder:Innen umgegangen wird. Nur außer uns merkt das niemand und auffallen wollen wir ja auch nicht und sind mal brav und ruhig. Wir verlangen nicht einmal ein eigens Klo! Obwohl warum nicht? Das Linkshänder:Innen mit dem Klopapierhalter auf unserer Seite. Dann können wir wenigstens den seit Monaten gehorteten Vorrat verbrauchen.

Ich will ein Linkshänder:Innen Klo!

Doch schaut mal einem Linkshänder beim Kartoffelschälen zu. Das kann richtig lustig oder auch gefährlich werden. Manche glauben wir sind in Lebensgefahr, denn der Sparschäler ist mal nur für die Mehrheit der Rechtshänder:Innen ausgelegt. Und das ist bei fast allen Messern, Scheren, Öffnern, … so. Ist mir schon klar, dass wir es nicht für die Linkshänder:Innen bauen können. Dann würde sich ja die Mehrheit durch den Alltag quälen. Es sind ja nur Beispiele um zu zeigen in welcher fremden Welt wir leben.

Dafür sind wir halt zu akrobatischen Höchstleistungen fähig um unseren Alltag zu meistern. Schon mal versucht mit einer Füllfeder zu schreiben ohne alles zu verwischen? Bei den meisten klappt das mit einer ganz natürlichen Haltung, die Hand liegt ja auf der richtigen Seite: vor dem Geschrieben und nicht dahinter.
Schon mal Schmerzen im Handgelenk gehabt wenn ein paar Schraubverschlüsse aufgemacht werden müssen? Nein, dann bist du sicher Rechtshänder:In.
Hast du dich schon mal gewundert warum du auf deiner Kaffeetasse den Aufdruck nicht siehst? Nein? Klar du siehst ihn, denn du bist Rechtshänder:In! Und wir sehen eure weißen Kaffeetassen und bei unseren sehen wir auch nichts. Vielleicht gar nicht mal so blöd, bei den schlechten Sprüchen auf den meisten Tassen.

Doch das Beste, was der Menschheit eingefallen ist dürfte der Wein sein. Denn kannst mit links und mit rechts oder auch mit beiden Händen trinken. Das fiel mir irgendwann in der Jugend auf. Seitdem mag ich den Wein. Und wo kommt der her? Klar darum liebe ich Frankreich so und bin fast jeden Monat dort. Wie gesagt, Wein können alle gleich trinken. Mit der rechten oder der linken Han und unabhängig ob man sitzt oder steht. Das Glas liegt gut in der Hand und der Inhalt schmeckt uns allen. Doch halt! Da war was… Dieser Korkenzieher nervt, da breche ich mir fast die Hand um die Flasche aufzukriegen. Jetzt habe ich es! Ich will kein eigenes Klo. ich will „Glaskorken für Weinflaschen“. Dann haben wir wenigstens ein Ding, das alle gleich genießen können!

Dann haben wir wenigstens ein Ding, das alle gleich genießen können!

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