Website-Icon The Magical Digital Nomad

Da sitzt man dann herum!

Da sitzt man dann herum!

Da sitzt man dann herum!

Ganz so schlimm ist es natürlich nicht. Klingt ja so nach Tomatenstaude. Genauso intelligent und aktiv. Aber wie ist es oft wirklich als Digitaler Nomade? Ich bin nicht der Freelancer der irgendwohin reist. Palmenstrand und so. Dort irgendwas esoterisches arbeitet und zusätzlich hübsche, gefilterte Bilder macht. Und diese in allen sozialen Kanälen posted. InfluencerIn oder wie man es nennt.

Nein ich habe einen fixen Arbeitgeber und darf trotzdem mobil unterwegs arbeiten. Ja ich habe Glück. Und ja ich bin dankbar dafür. Ich bin zwar nicht in allen Ländern die ich mir wünsche unterwegs, aber ich darf ziemlich viel reisen und arbeiten wo ich gerade bin. Wer hat das schon? Aber auf der anderen Seite hat diese Art zu arbeiten natürlich nicht nur schöne Seiten. Schau mal… Ich sitze manchmal herum und mache mir dann Gedanken zu diesen Nomadenleben. Überall daheim und nirgend zuhause? Wenn ich am Freitag in meine Wohnung komme ist der Kühlschrank leer und die Geschäfte zu?

Wanderer zwischen den Welten

Ich bin meist in französisch sprachigen Ländern unterwegs oder besuche Partner meines Unternehmens welche in französisch sprachigen Ländern arbeiten. Da ist man schon ein Wanderer zwischen den Welten. Das kann schon urcool sein. So beide Kulturen kennen lernen und auch darin leben und damit umgehen. Das kann aber auch ziemlich Scheiße sein. Nennen wir es beim Namen! Du lebst in beiden Welten und in jeder fehlt etwas oder du fühlst dich in einer einfach gefangen. Das ist schon oft schwierig. Das Leben auf die Reihe zu bekommen. Und immer zu spüren, zu sehen, zu erkennen, das es cool ist. Das du die schönen Seiten der aktiven Welt genießen und aufnehmen kannst und nicht die andere vermissen musst oder sollst.

Ankommen und so…

Es reicht auch nicht die Reisezeit für die Umstellung zu nutzen. Als digitaler Nomade brauchst du (oder vielleicht nur ich) die Reisezeit als Arbeitszeit. Sonst fehlen dir Stunden im Arbeitstag. Die hängst du sonst am Ende an. Umstellen und einstimmen auf die neue Kultur ist nicht. Da muss der Schalter einfach umgelegt werden. Und dann ist da das Ankommen. Das ist heute schon so ein Standardspruch.

Ich will einfach ankommen!

Hat schon mal wer über diesen einfach Satz nachgedacht? Als digitaler Nomade machst du das dauernd. Ankommen? Raus aus dem Flugzeug. Gepäck hast du eh keines und darum gleich weiter zum Ausgang. Die Zollkontrolle (regelmäßig wird man rausgefischt) überstehen, und dann. Für mich fangen dann die wirklich harten Minuten an. Du gehst raus aus dem Sicherheitsbereich und da stehen unzählige Menschen. Frauen, Männer die ein Schild mit einen Namen hochhalten oder auch nur hoffnungsvoll in die Richtung Türe blicken und auf jemanden warten. Doch für dich als digitaler Nomade ist niemand da. Du läufst durch das Spalier aus hochgehaltenen Namen und Blicken. Und dann? Rein ins Taxi, Uber, Zug, Bus oder U-Bahn. Das war’s! Ich bin angekommen…  Das sind die Momente wo ich mir die Kopfhörer aufsetze und Musik brauche. Sonst geht es gar nicht. Ja dieses Leben hat auch Minuten die nicht so schön sind.

Nur arbeiten oder gibt es auch was anderes?

Wenn ich mir so die schöne und glitzernde Welt der InfluencerInnen ansehe, dann ist Arbeit eher eine Randerscheinung. Da gibt es mehr Fun, Sparkles und Sunshine. Bei mir ist das anders. Der Tag ist von in der Früh bis am Abend ausgefüllt. Klar ich werde dafür bezahlt an den verschiedenen Orten zu arbeiten und nicht um nette Fotos zu machen. Manchmal geht sich trotzdem ein Abstecher irgendwo aus und ein Bild zu machen. Ja die schöne Seite dieser Arbeit.

Manchmal habe ich auch großes Glück und treffe Freunde am Abend um eine gute Zeit zu verbringen. Das soll nicht heißen, dass ich alleine nicht glücklich sein kann. Aber wenn du nur arbeitest und Geschäftskontakte hast und das über Tage hinweg, ja dann… Dann freust du dich mal ein paar persönliche Worte wechseln zu dürfen. Jemanden zu treffen der sich für dich interessiert und nicht für den Verkäufer, Techniker, Projektmanager oder was auch immer. Aber öfters oder sehr oft, sitzt du in irgendeiner Lobby und arbeitest (oder schreibst an deinem Blog wie ich gerade) oder liest ein Buch. Dann hörst du so im Hintergrund die verschiedenen Sprachen, die Berichte der UrlauberInnen, was sie so erlebt haben. Plötzlich werden diese Gespräche zum Vordergrund.

Da gibt es dann den Moment, wo alles kippen kann. Zur einen oder anderen Seite. Da habe ich eben eine Technik entwickelt, dass es zur schönen Seite kippt. Klappt meistens. Ich höre oft zu was die Leute so miteinander reden. Ja ist nicht so fein und nett. Aber es macht mir Spaß, da zu sitzen und keiner kriegt mit, dass du verstehst was in der einen oder anderen Sprache erzählt wird. Und du freust dich mit den Menschen über den schönen Tag. Ist schon cool. Und ganz, ganz selten sage ich dann etwas dazu und daraus ergeben sich dann Beziehungen, Kontakte und noch seltener auch Freundschaften.

Gerade diese verschiedenen Sprachen, das Zuhören, das Verstehen… Ja ich kann nur wiederholen, was ein sehr lieber Mensch einmal zu den eigenen Kindern gesagt hat:

Ihr wisst es nicht,
aber Clemens ist genau so etwas Besonderes wie ihr:
Er spricht nämlich auch eure beiden Sprachen!

Dieses Leuchten in den Augen der Kids werde ich nie mehr vergessen.

Die letzten Minuten (des Tages)

Und so geht auch der heutige Tag zu Ende. Nicht mehr melancholisch, wie es er am Anfang noch war. Sondern mit einem Glitzern in den Gedanken und einem Leuchten in den Augen. Wir Wanderer zwischen den Welten sind schon etwas ganz Besonders. Gefangen in jeder Welt und frei in der anderen. Die Tage ausgefüllt bis zum Letzten Augenblick und doch nicht gestresst. Oft verplant bis zur letzten Minuten und doch frei in jedem Moment. Der Post noch im letzten Abdruck gepostet und trotzdem zufrieden. Ach pfeif drauf! Das Leben, das ich führen darf ist schon super!

 

Die mobile Version verlassen